Schatzmeister des Vereins

Meine Mittel will ich so verwalten, dass wenig weit soll reichen.
– William Shakespeare

Seit seiner Gründung hatte der Verein sieben Kassenleiter/Schatzmeister:

Werner Matthäusnach oben

Als Erlanger Bayer war Matthäus (1909–1974) seit den 1930er Jahren Rechtsanwalt in Nürnberg. 1950 nahm er an der Rekonstitution des VAC in Altena teil. Beim ersten Nachkriegstreffen der Studentenhistoriker 1954 in Würzburg hielt er einen Vortrag über die Entwicklung der Kameradschaften.(1) An der Gründung des VfcG beteiligt, wurde er am 26. Mai 1955 zum ersten Kassenleiter und am nächsten Tag zum Mitglied der Historischen Kommission des KSCV gewählt. Nach dem Rücktritt von Erich Bauer war er 1968–1974 Vorsitzender der HiKo.

  • Werner Matthäus: Die Landsmannschaften der Universität Altdorf 1808/1809. Einst und Jetzt, Bd. 5 (1960), S. S. 15–27.
  • Werner Matthäus: F[riedrich]. A[ugust]. PIETZSCH: Kurze Übersicht über die Geschichte der ersten Suevia zu Heidelberg 1805–1808. Einst und Jetzt, Bd. 8 (1963), S. 79–83.
  • Robert Paschke: In memoriam Werner Matthäus II Bavariae Erlangen. Einst und Jetzt, Bd. 21 (1976), S. 7–9.

Dr. iur. Norbert Strengnach oben

Norbert Streng

Am 25. März 1939 in Berlin geboren, wurde Streng am 19. November 1957 bei Suevia München aktiv. Als geklammerter Consenior ging er nach Erlangen, Den Haag und Luxemburg. In seiner Heimatstadt Fürth war er Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Bayerischen Metallwarenfabrik. In seinen 20 Jahren als Kassenleiter (1974–1994) überstand er eine schwere Erkrankung. Mit drei Corpsbrüdern auf der Jagd in Tansania, ereilte ihn am 11. November 1998 der Absturz einer einmotorigen Maschine der Air Sansibar. Die Pilotin und die drei Schwaben waren gleich tot. Streng konnte noch in ein Krankenhaus in Südafrika und dann nach München ausgeflogen werden, starb aber 14 Tage nach dem Unglück mit 59 Jahren in Großhadern. In der Kasse des VfcG hinterließ er zwar ein Chaos; aber bei Suevia galt er neben (Ludwig) Kastl, Fillibeck und Gottwald als „der bedeutendste Corpsbruder der Nachkriegszeit“.

Ursula Rößnernach oben

Ursula Rößner

Ursula Rößner, die Ehefrau des Erlanger Bayern und Richters am Amtsgericht Bamberg Gösta Rößner, erwarb sich in ihrer achtjährigen Amtszeit (1994–2002) große Verdienste um die Finanzen des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung. Als sich in einer schwierigen Lage des Vereins kein männlicher Bewerber fand, bewies sie frauliche Durchsetzungskraft: Durch die Erkrankung ihres Vorgängers waren erhebliche Mahnungsrückstände entstanden, die sie mit Charme und Strenge einzutreiben wusste. Sie bereinigte die Mitgliederkartei und brachte sie erstmals in digitale Form. So gelang es bald, den Verein finanziell zu konsolidieren und das Jahrbuch Einst und Jetzt quantitativ und qualitativ zu verbessern. Frau Rößner ist auch die erfolgreiche und mittlerweile alte Verbindung zur Verlagsdruckerei Schmidt in Neustadt an der Aisch zu verdanken.

Prof. Dr. rer. nat. Hermann Rinknach oben

Rink wurde 1955 bei Hassia und 1958 bei Gothia aktiv. Seither engagiert er sich im KSCV. Bereits in den 1950er Jahren trat er in der Debatte zur Ehrenordnung in Erscheinung. Über 30 Jahre war er Vorsitzender der Kommission für Fechtfragen. Als Chemiker und Strahlenbiologe an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität seit 2000 im Ruhestand, wandte er sich der Studentengeschichte zu. 2003–2008 war er Schatzmeister des VfcG. Seinem Mainzer Corps diente er 1978–1988 als AHV-Vorsitzender. Von Januar 2008 bis Dezember 2011 war er Vorsitzender des VAC-Vorstandes. Rhenania Bonn verlieh ihm 2012 das Band. Gothia wählte ihn im Oktober 2015 zum Ehrenmitglied.

  • Vom studentischen Fechten bis zur Mensur, in: Handbuch des Kösener Corpsstudenten, 6. Auflage, VAC Würzburg, 1985, S. 151–171.
  • Die Mensur, ein wesentliches Merkmal des Verbandes, in: Rolf-Joachim Baum (Hrsg.): Wir wollen Männer, wir wollen Taten. Deutsche Corpsstudenten 1848 bis heute. Berlin 1998, S. 383–402.
  • Zur Vor- und Frühgeschichte des Kösener SC-Verbandes. Einst und Jetzt, Bd. 44 (1999), S. 181–191.
  • Universität im Wandel Teil I–V. Corps – Das Magazin (Deutsche Corpszeitung) 2002/03
  • Dem Verein Deutscher Fechtmeister von 1884 zum 120-jährigen Bestehen. Einst und Jetzt, Bd. 50 (2005), S. 191–205.
  • Über den Begriff „Freiheitlich“ im österreichischen Korporationswesen. Einst und Jetzt, Bd. 51 (2006), S. 151–161
  • Bewegungen im Kösener SC-Verband. Einst und Jetzt, Bd. 51 (2006), S. 265–278.

Reinhard Mohrnach oben

Mohr (1932–2015) war ein Kind des Magdeburger Kreises. In Carlsfeld (Provinz Sachsen) geboren, bestand er die Abiturprüfung zweimal, 1952 in Halle und 1954 in West-Berlin. Als Chemiestudent in Berlin und München wurde er 1955 bei Vandalia-Teutonia (xxx,xx,x) und 1956 bei Transrhenania (FM) aktiv. Schließlich war er in Marburg, wo er auf Volkswirtschaft umsattelte. Nach 1970 ging er in die Privatwirtschaft (Finanz- und Rechnungswesen, EDV, Marktforschung).(2) 2000–2003 war er Schatzmeister im VAC-Vorstand Halle-Salzmarkt, 2010/11 Kassenleiter des VfcG. Auf seine alten Tage erhielt er 2010 noch das Band von Guestphalia Halle. Trotz seiner schweren Erkrankung wurde er 83 Jahre alt.

Wolfgang von der Groebennach oben

Wolfgang von der Groeben

Seit 1958 Göttinger Sachse, erhielt von der Groeben 1990 das Band des Kartellcorps Pomerania. Er war Ministerialbeamter in Nordrhein-Westfalen und Mitglied des Senats des Landesrechnungshofs Mecklenburg-Vorpommern. Er war fünf Jahre Mitherausgeber der Deutschen Corpszeitung und saß 2010–2017 im Gesamtausschuss des VAC. Am 70. Jahrestag des Attentats vom 20. Juli 1944 hielt er in Plötzensee eine Gedenkrede auf die hingerichteten Verschwörer.(3) Ab 2011 saß er als Kassenleiter im VfcG-Vorstand. 2018 erhielt er die Silberschale des VAC.

  • Einsatz für die Res publica. 150 Jahre Weißer Kreis. Corps – das Magazin 4 (2008), S. 20–22.
  • Pomerania! Saxonia! Ein gelebtes Kartell. Die Saxonia zu Göttingen i. lb. Pomerania zu Greifswald zum 200. Stiftungsfest 2010. Düsseldorf 2010.
  • Rezension von Siegfried Schindelmeiser, Geschichte der Albertina und des Corps Baltia. Corps – das Magazin 3 (2010), S. 17–18.
  • Adam v. Trott zu Solz, in: Sebastian Sigler (Hrsg.): Corpsstudenten im Widerstand gegen Hitler. Duncker & Humblot, Berlin 2014, S. 217–225.

Hayim Malkhasy, M.A., M.A.nach oben

Geisteswissenschaftlicher Weinheimer

Malkhasy kam 1984 in Aserbaidschan zur Welt und erreichte die Maturität in der Ukraine. Dort studierte er Klinische Psychologie (Diplom/B.Sc.). In Paris und Straßburg in jüdischer Theologie ausgebildet, studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität Judaistik, Turkologie und Literaturwissenschaft (B.A.). 2010 wurde er bei Cisaria aktiv. Das Studium beendete er mit M.A. in Religionswissenschaft (2014) und Antiker Philosophie (2015). Vom AHV-Vorsitzenden seines Corps empfohlen, wurde er 2016 zum Kassenleiter des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung gewählt. Er brachte die von seinem Vorgänger begonnene SEPA-Umstellung zum Abschluss und bereinigte das Mitgliederverzeichnis. Mit zwei (noch jüngeren) Corpsbrüdern sorgte er für die Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung und die Digitalisierung aller Personen- und Kontendaten. Mit einem Zugangscode können Vereinsmitglieder das Mitgliederverzeichnis einsehen. Seit Oktober 2018 ist Malkhasy der erste Schatzmeister des Vereins. Beruflich tätig ist er an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Er sitzt an zwei Dissertationen in Judaistik und Mittelalterlicher Jüdischer Geschichte. Die eine ist im Promotionsverfahren. Kompromisslos verficht er die corpsstudentischen Ideale.

  • Karäer in Konstantinopel: Eine Abhandlung zur Entstehungs-und Siedlungsgeschichte der Karäer in Konstantinopel. PaRDeS. Zeitschrift der Vereinigung für Jüdische Studien 19 (2013), S. 154–167.
  • Karaite »Ummā«, S. 773–778 in: Mehmed Alpargu (Hrsg.): International Symposium on the Karaite Studies Proceedings (5.–8. April 2010). Bilecik 2011.
  • Konversion des Chasarenkönigs Bulan, Teil 1. Karaimica 11 (2011), S. 40–50.

Fußnoten