Silhouettensammlungen

Die Bildsammlung in diesem Bereich soll stetig ausgebaut werden und schlussendlich einen guten Überblick über die Silhouetten der verschiedenen Kösener Corps bieten.

Sollte das Archiv Ihres Corps oder Sie selbst in einer privaten Sammlung über Silhouetten verfügen, würde sich der Verein für corpsstudentische Geschichtsforschung über Kontaktaufnahme und Übermittlung eines entsprechenden Scans sehr freuen. Eine Namensnennung des Eigentümers muss nicht erfolgen. Bitte beachten Sie, dass Fotos von Silhouetten aus Qualitätsgründen nicht für einen Upload geeignet sind.

Königsberger Silhouetten (1850)

Berlinnach oben

 

Marchia

Marchia wurde am 26. November 1810 von Mitgliedern der in Frankfurt an der Oder ansässigen Marchia gestiftet. Nach der Auflösung der Universität in Frankfurt suspendierte die Berliner Marchia im November 1811 und die Mitglieder schlossen sich der aus Frankfurt übergesiedelten Marchia an. Am 24. Januar 1812 suspendierte dann wiederum diese Marchia zu Gunsten der ursprünglichen Berliner Verbindung, die lediglich bis zum 10. Februar 1813 bestand und an diesem Tag wegen der beginnenden Befreiungskriege suspendierte. Die übrigen Mitglieder schlossen sich mit denen der Pomerania zu einer Verbindung namens Borussia zusammen. Bei Kriegsende wurde sie aufgelöst und die verbliebenen Mitglieder rekonstituierten die ursprüngliche Verbindung am 11. November 1814. Das gleiche wiederholte sich beim erneuten Kriegsausbruch 1815 und die durch Pomerania und Marchia entstandene Borussia trennte sich im April 1816 um eine Marchia, Pomerania und eine Neomarchia zu begründen. Marchia suspendierte am 9. März 1818 und wurde am 24. Januar 1819 rekonstituiert, wobei die übrigen Mitglieder der inzwischen suspendierten Neomarchia aufgenommen wurden. Bis in die Mitte der 1850er Jahre war Marchia mehrfach suspendiert und wurde teilweise durch ein sog. Bierkönigreich ersetzt. Die Rekonstitution erfolgte dann am 19. November 1855. Es folgten später mehrere kürzere und wenige längere Suspensionen. Am 21. Dezember 1894 rekonstituiert, erreichte Marchia 1919 die Anerkennung des Stiftungstages von 1810 (zuvor wurde das Rekonstitutionsdatum vom 3. November 1838 als Stiftungsdatum geführt). Durch die veränderte politische Lage war Marchia schlussendlich gezwungen am 31. Oktober 1935 offiziell zu suspendieren. Das Corps bestand aber im Geheimen noch fort, so dass auch im Wintersemester 1938/39 noch Mensuren gefochten wurden. Seitdem betreute Marchia mit den übrigen Berliner Corps die Kameradschaft „von Zweydorff“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der AHV 1950 reaktiviert und Marchia rekonstituierte am 5. Mai 1951. Kurz darauf war das Corps auch an der Rekonstitution des KSCV beteiligt. Marchia besteht bis heute in Berlin und wird dem blauen Kreis zugerechnet.

CB-Farben: orange-weiß-gold (m.G.), F-Farben: orange-weiß-orange (m.G.), Mütze: orange

Bonnnach oben

 

Guestphalia

Das Corps Guestphalia Bonn wurde am 18. Mai 1820 gestiftet, war von Ostern bis November 1823 suspendiert und suspendierte erneut um 1826. Es wurde am 5. November 1827 erneuert und war nochmal 1834/35 und 1847 kurzzeitig suspendiert. Weitere Suspensionen folgten November 1871 bis April 1875 und Februar 1876 bis August 1884. Im Sommersemster 1884 wurde der Stiftungstag von 1820 anerkannt. Wie die übrigen Bonner Corps musste auch Guestphalia seinen Betrieb während der alliierten Besetzung des Rheinlands 1918/1919 einstellen. Im Zuge der politischen Verhältnisse suspendierte Guestphalia am 27. Oktober 1935 und konnte am 5. November 1947 rekonstituieren. Sie schloss sich 1951 mit dem Kartellcorps Guestfalia Greifswald zu „Guestphalia Bonn und Greifswald“ zusammen und besteht, nach der Rekonstitution der Guestfalia Greifswald 1994, wieder selbstständig in Bonn. Das Corps wird dem blauen Kreis zugerechnet.

CB-Farben: grün-weiß-schwarz (m.S.), F-Farben: grün-weiß-grün (m.S.), Mütze: hellgrüner Stürmer

Marcomannia

Am 11. Mai 1849 wurde eine Verbindung Eiflia gestiftet die sich zum Zwecke der Stiftung von Marcomannia am 14. November 1849 suspendierte. Einige Jahre später erklärte sich Marcomannia am 6. August 1855 zum Corps und wurde in den SC aufgenommen. Als Teil dessen trat sie am 30. April 1856 dem KSCV bei. Nur wenige Jahre später musste Marcomannia im Sommersemester 1859 suspendieren.

CB-Farben: weiß-hellblau-gold (m.G.), F-Farben: weiß-blau-weiß (m.G.), Mütze: gelb

Palatia

Palatia wurde am 10. August 1838 von Mitgliedern der suspendierten Landsmannschaft der Trierer gestiftet, bei der auch Karl Marx Mitglied gewesen sein soll. 1856 trat Palatia mit den übrigen Bonner Corps dem KSCV bei und war vom 20. Januar bis 20. August 1910 von der Universität suspendiert, bestand in dieser Zeit jedoch intern weiter. Eine erneute Suspension traf Palatia vom 8. Dezember 1918 bis 7. Mai 1919 im Zuge der alliierten Besetzung des Rheinlandes. Nach der Auflösung des KSCV suspendierte auch Palatia wegen der zunehmenden politischen Repressalien am 12. Oktober 1935 und betreute gemeinsam mit den beiden Bonner Corps Hansea und Guestphalia die Kameradschaft „Ernst von Rath“. Palatia konnte am 27. Mai 1953 selbstständig rekonstituieren und wurde nur wenige Jahre später am 6. Dezember 1957 vom KSCV wegen Aufgabe der Mensur suspendiert und am 22. Mai des folgenden Jahres aus dem Verband ausgeschlossen. Seither besteht Palatia als nichtschlagende Verbindung in Bonn.

CB-Farben: violett-weiß-rot (m.S.), F-Farben: violett-weiß-violett (m.S.), Mütze: violetter Stürmer

Breslaunach oben

 

Marchia

Marchia wurde während einer Spaltung des SC am 11. Juni 1849 als Tochtercorps der Silesia gestiftet. Dabei wurden die Mitglieder einer Landsmannschaft Ghibellinia aufgenommen. Marchia musste am 4. November 1860 suspendieren. Zwei spätere Rekonstitutionsversuche in den Jahren 1861 und 1864 scheiterten. Wie Marchia Halle und die Silber-Littuania Königsberg, litt Marchia unter der preußischen Heeresvermehrung, die dem Nachwuchs des Adels gute Karrieremöglichkeiten eröffnete. Marchia stand im Kartell mit Nassovia Würzburg, Lusatia Leipzig und Borussia Halle.

CB-Farben: orange-weiß-gold (m.G.), F-Farben: orange-weiß-orange (m.G.), Mütze: orange, im SS orangener Stürmer

Erlangennach oben

 

Baruthia

Baruthia wurde am 14. Juli 1803 mit den Farben grün-schwarz-gelb gestiftet. Erst 1839 nahm man die heutigen Farben an.  Wie die übrigen Erlanger Corps wurde Baruthia mit dem Erlanger SC 1861 ein Kösener Corps. Wegen eines Streits um das Lebenscorpsprinzip schied Baruthia 1873 aus dem KSCV aus und trat erst nach dem Ablegen desselben 1876 wieder ein. Nach der Auflösung des KSCV suspendierte Baruthia im Januar 1936 und rekonstituierte am 19. Mai 1948. Baruthia gehört dem schwarzen Kreis an und besteht bis heute in Erlangen.

CB-Farben: schwarz-gold-grün (m.G.), F-Farben: grün-gold (m.G.), Mütze: grün

Onoldia

Onoldia wurde am 28. Mai 1798 gestiftet und ist damit das älteste nie zurückdatierte und noch bestehende Corps in Deutschland. Über den Erlanger SC gehörte Onoldia ab 1861 dem KSCV an, trat aber wegen eines Streits um das Lebenscorpsprinzip 1873 aus und erst 1878 wieder ein. Onoldia suspendierte im Zuge der politischen Verhältnisse offiziell am 3. Mai 1936, setzte den Aktivenbetrieb intern allerdings noch einige Semester fort und rekonstituierte im Jahr 1947. Durch sein Lebensbundprinzip gehört Onoldia keinem Kreis an, pflegt allerdings Verhältnisse mit zum blauen Kreis zählenden Corps.

CB- Farben: blutrot-weiß (m.S.), F-Farben: rot-weiß-schwarz (m.S.), Mütze: weiß

Freiburgnach oben

 

Suevia

Suevia wurde am 21. Juni 1815 gestiftet. Das Corps fusionierte von November 1818 bis 9. Dezember 1818 mit Rhenania unter dem Namen Suevia und mit den Farben der Rhenania. Am 10. Dezember rekonstituierte sich Suevia selbstständig. Zehn Jahre später war Suevia kurzzeitig behördlich aufgelöst und später vom 21. Januar 1835 bis 27. Juli 1837 und vom 20. November 1844 bis 25. Juli 1847 suspendiert. Bei der letzten Rekonstitution nahm man die Farben blau-weiß-gelb an, legte diese aber zu Gunsten der alten Farben im WS 1848/49 wieder ab. 1856 wurde Suevia mit dem SC zu Freiburg Mitglied des KSCV. Eine mehrmonatige Suspension ereilte Suevia im Jahr 1876 und eine neuerliche behördliche Aufhebung 1913. Im Zuge der politischen Verhältnisse suspendierte Suevia am 15. Mai 1936. Während der Zeit des Nationalsozialismus betreute Suevia die Kameradschaft „Schwabenland“, die bald die Farben der Suevia in den Bierzipfeln trugen und ab 1940 auch wieder Mensuren schlugen. Ihre Mitglieder wurden später nach erfolgter Rekonstitution des aktiven Corps in dieses aufgenommen. Diese gelang durch die Anerkennung der am 1. Dezember 1949 gegründeten Studentenverbindung Suevia als aktives Corps im Jahre 1950. Suevia ist ein kreisfreies Corps und pflegt Kontakte zu anderen kreisfreien und schwarzen Corps.

CB-Farben: schwarz-gelb-hellblau (m.G.) (v.u.), F-Farben: schwarz-gelb (m.G.) (v.u.), Mütze: gelb

Gießennach oben

 

Hassia

Hassia wurde am 3. August 1815 mit den Farben schwarz-grün-rot gestiftet und wechselte diese im Zuge der Aufnahme einiger Mitglieder der suspendierten Franconia am 6. April 1821 zu schwarz-weiß-rot, bevor man 1833 die Farben grün-weiß-rot annahm. Nachdem das Corps 1836 verboten wurde, wurde es am 9. August 1840 mit den Farben schwarz-weiß-rot neu gegründet. Kurze Zeit später wechselte man erneut zu den Farben grün-weiß-rot. Im März 1843 musste Hassia erneut suspendieren und die übrigen Mitglieder traten tags darauf der Marcomannia bei, die ihren Namen darauf zu Hassia änderte. Dadurch kehrte man auch zu den Farben schwarz-weiß-rot zurück. 1898/99 war Hassia für etwas mehr als drei Monate von der Universität suspendiert und trat in dieser Zeit als Rhenania mit blau-weiß-rot auf. Im Jahre 1920 wurde das alte Stiftungsdatum von 1815 genehmigt. Hassia suspendierte angesichts der politischen Verhältnisse 1936 und rekonstituierte 1949 in Mainz, wo das Corps auch heute noch ansässig ist. Es zählt zum schwarzen Kreis.

CB-Farben: schwarz-weiß-feuerrot (m.G.), F-Farben: schwarz-weiß-schwarz (m.G.), Mütze: weiß

Starkenburgia

Starkenburgia wurde als Tochtercorps der Hassia am 26. August 1826 mit den Farben grün-weiß-rot gestiftet. Nach einer kurzzeitigen Suspension im Jahre 1828 musste Starkenburgia erneut im Sommersemester 1831 suspendieren. Nachdem das Corps Teutonia gestiftet wurde, nahm dieses am 18. Juli 1833 den Namen Starkenburgia an, um durch den Namen keinen Verdacht bei den Behörden zu erwecken. Man behielt aber die Farben der Teutonia – karmesinrot-weiß-gold – bei. Nachdem das Corps im August 1834 erneut suspendieren musste, bestand es seit Sommersemester 1838 informell und ab 19. Februar 1839 formell als Corps wieder. Bald darauf musste das Corps den Betrieb aufgrund von behördlicher Verfolgung erneut einstellen und entstand am 7. August 1840 von Neuem. Dieser Tag galt bis zur Rückdatierung im Jahr 1920 als offizielles Stiftungsdatum. Zum Jahreswechsel 1898/99 war Starkenburgia von der Universität suspendiert und nahm in dieser Zeit den Namen Saxonia und die Farben hellblau-weiß-dunkelblau an. Zwischen 1935 und 1948 war Starkenburgia ob der politischen Verhältnisse suspendiert und besteht heute als kreisfreies Corps weiterhin in Gießen. Starkenburgia unterhält ein Kartell zu Saxo-Borussia Heidelberg und weitere Verhältnisse zu blauen und kreisfreien Corps.

CB-Farben: karmesinrot-weiß-gold (m.G.), F-Farben: karmesinrot-weiß (m.G.), Mütze: karmesinrot

Teutonia

Teutonia wurde am 1. Juni 1839 gestiftet. Es übernahm Konstitution und Farben des früheren Corps Palatia, welches der Burschenschaft sehr nahe stand. Auch Teutonia war progressistisch ausgerichtet. Wie die übrigen Gießener Corps musste sich Teutonia im Wintersemester 1898/99 kurzzeitig auflösen und gründete stattdessen eine Ersatzverbindung mit dem Namen Palatia und den Farben grün-weiß-rot. Im Zuge der politischen Verhältnisse im sog. „Dritten Reich“ suspendierte Teutonia am 12. Oktober 1935 und konnte nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst in Mainz rekonstituieren, weil die Universität Gießen vorerst geschlossen blieb. Im Wintersemester 1954/55 wurde das Corps wieder nach Gießen zurückverlegt und besteht dort bis heute. Teutonia wird dem grünen Kreis zugerechnet.

CB-Farben: grün-rot-gold (m.G.), F-Farben: grün-rot- grün (m.G.), Mütze: grün

Göttingennach oben

 

Borusso-Brunsviga

Das Corps Borusso-Brunsviga wurde als Landsmannschaft Brunsviga am 15. Februar 1840 gestiftet und am 30. Januar 1845 in ein Corps mit dem Namen Borusso-Brunsviga umgewandelt. Nur wenige Semester später fusionierte sie am 7. November 1846 mit Brunsviga Göttingen zu Borusso-Brunsviga, die den Namen allerdings schon am 21. Dezember 1846 zu Brunsviga änderte. Angehörige der Borusso-Brunsviga waren der Maler Rudolf Henneberg und der Geologe David August Brauns.

CB-Farben: schwarz-blau-gold (m.G.), F-Farben: im SC keine F-Farben, Mütze: schwarz

Brunsviga

Das Corps wurde mit dem Namen Halberstadtio-Brunsviga und den Farben schwarz-blau-rot am 11. August 1813 gestiftet und nahm im folgenden Jahr den Namen Brunsviga an. Nach einer Suspension im August 1818 nahm man bei der Rekonstitution am 17. August 1820 die Farben schwarz-blau an. Der behördliche Druck in Göttingen veranlasste auch Brunsviga dazu einige Semester nur als „Club“ zu bestehen und wurde dann am 25. April 1826 als Corps mit den Farben schwarz-hellblau-weiß erneuert. Im Wintersemester 1828/29 nahm man die heutige Farbreihenfolge an. Es folgten zahlreiche kürzere Suspensionen und am 7. November 1846 fusionierte Brunsviga mit dem kurzlebigen Corps Borusso-Brunsviga unter Beibehaltung des Namens Borusso-Brunsviga, den man aber schon einen Monat später wieder zu Brunsviga änderte. 1924 wurde das alte Stiftungsdatum anerkannt. Im Zuge der politischen Verhältnisse war Brunsviga zunächst kurzzeitig 1935 und dann ab 1936 bis 1951 suspendiert. Brunsviga zählt zu den schwarzen Corps und ist weiterhin in Göttingen ansässig.

CB-Farben: schwarz-weiß-hellblau (m.S.), F-Farben: im SC keine F-Farben, Mütze: schwarz

Hannovera

Das Corps Hannovera wurde am 18. Januar 1809 mit den Farben blau-rot gestiftet und vereinigte sich schon im Februar mit Rhenania, deren Farben blau-rot-weiß man übernahm. Bald darauf löste sich die Verbindung wegen interner Streitigkeiten auf und rekonstituierte im kleineren Kreise, bevor sie wenige Monate später behördlich aufgelöst wurde. Wie alle Göttinger Corps stand auch Hannovera unter großem behördlichen Druck, suspendierte oft oder bestand nur als sog. „Club“.  Die letzte Suspension dieser Phase fand am 4. Mai 1846 statt. Zwischenzeitlich hatte sich 1840 eine Landsmannschaft Hanseatia gebildet, die sich 1844 zum Corps erklärte und 1848 den Namen Hannovera und die Farben rot-blau-gold annahm. Sie verstand sich ausdrücklich als Fortsetzung der alten Hannovera. Im Juli 1905 wurde zunächst der 16. Juni 1827 und im Jahre 1926 der 18. Januar 1809 als Stiftungstag anerkannt. Hannovera war von 1936 bis 1949 im Zuge der schwierigen politischen Verhältnisse suspendiert und besteht als dem blauen Kreis zugerechnetes Corps bis heute in Göttingen.

CB-Farben: rot-blau-gold (m.G.), F-Farben: im SC keine F-Farben, Mütze: rot

Hanseatia

Hanseatia wurde am 9. Mai 1840 als Landsmannschaft mit den Farben rot-weiß gestiftet und wurde von einem Teil der Mitglieder am 23. Dezember 1844 in ein Corps mit den Farben weiß-rot-weiß umgewandelt. Am 19. Februar 1848 nahm man den Namen Hannovera an und änderte wenig später am 28. Februar auch die Farben zu den alten Hannoveranerfarben. Das Corps erklärte sich 1850 ausdrücklich als Fortsetzung der früheren Hannovera. Weiteres siehe unter „Hannover“.

CB-Farben: weiß-rot-weiß (m.S.), F-Farben: im SC keine F-Farben, Mütze: rot

Hildesia

Schon vor dieser Hildesia bestanden bis in die 1830er Jahre Verbindungen des selben Namens in Göttingen. Wohl um 1840 wurde dann eine neue Hildesia mit den Farben rot-gold-rot gegründet, die bis etwa 1844 bestand.

CB-Farben: rot-gold-rot (m.G.), F-Farben: im SC keine F-Farben, Mütze: rot

Hildeso-Guestphalia

Am 6. August 1852 wurde eine Verbindung namens Hildesia und den Farben schwarz-rot-weiß gegründet, die sich bald darauf zur Landsmannschaft erklärte. Diese Landsmannschaft wandelte sich am 10. Juni 1854 in ein Corps um und nahm den heutigen Namen und die heutigen Farben an. Dieser Tag gilt bis heute als Stiftungstag. Von 1879 bis 1884 war Hildeso-Guestphalia suspendiert. Im Zuge der politischen Verhältnisse musste das Corps am 5. Oktober 1935 suspendieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete sich 1949 eine „Westfälische Tischgesellschaft“ als Traditionsträger mit den Farben grün-weiß (m.S.) gegründet. Die alten Farben und der alte Name wurden am 9. Juni 1951 wieder angenommen. Hildeso-Guestphalia nahm 1954 die Alten Herren des Corps Vandalia Rostock auf und war von 1978 bis 1982 suspendiert. Das Corps besteht heute noch in Göttingen und wird dem roten Kreis zugerechnet.

CB-Farben: lindgrün-weiß-schwarz (m.S.), F-Farben: im SC keine F-Farben, Mütze: grün

Saxonia

Saxonia wurde am 12. Dezember 1840 als Landsmannschaft gegründet und war zweimal kurzzeitig suspendiert, ehe sie sich am 28. Juli 1844 zum Corps erklärte und am folgenden Tag in den SC recipiert wurde. Als offizieller Stiftungstag wird bis heute der 28. Juli 1844 geführt. 1848 beteiligte sich das Corps an der Jenenser Senioren-Convents-Deputiertenversammlung und am 1855 an der Gründung des KSCV. Um die Jahreswende 1863/64 war Saxonia für ein paar Monate behördlich suspendiert und bestand als Club. Durch den steigenden Druck der Nationalsozialisten auf die studentischen Verbindungen, musste auch Saxonia am 13. Oktober 1935 suspendieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte das Corps am 25. Februar 1951 rekonstitutieren, beteiligte sich kurz darauf an der Rekonstitution des KSCV und betreute ab 1958 die Tradition ihres Kartellcorps Pomerania Greifswald, bis dieses sich im Jahr 2006 wieder in Greifswald selbstständig machte. Abgesehen davon pflegt Saxonia Kartelle zu Borussia Bonn und Saxo-Borussia Heidelberg, weshalb das Corps zum weißen Kreis gezählt wird.

CB-Farben: dunkelblau-weiß-hellblau (m.S.), F-Farben: im SC keine F-Farben, Mütze: dunkelblau

Teutonia

Teutonia wurde als Progreßverbindung am 25. November 1848 gestiftet und suspendierte am 18. November 1853 wegen eine Streits um die Duellfrage. Die Befürworter der unbedingten Satisfaktion schlossen sich dann erneut am 25. November 1853 zur Teutonia zusammen, firmierten aber noch als Landsmannschaft. Wenige Monate später erklärten sie sich am 15. Juni 1854 zum Corps und wurden am 4. Juli in den SC aufgenommen. Der 15. Juni war später der offizielle Stiftungstag. Über den SC war Teutonia Gründungsmitglied des KSCV, suspendierte jedoch bereits am 20. April 1856, um die im gleichen Zuge suspendierte Hannovera wiederaufzutun. Nur wenig später schieden einige Mitglieder bei Hannovera wieder aus und rekonstituierten Teutonia am 11. Juni 1856. Während einer kurzen durch die Behörden ausgesprochenen Suspension im Wintersemester 1863/64 bestand Teutonia als Club. Später war sie erneut vom Beginn des Wintersemesters 1876/77 bis zum Sommersemester 1877 suspendiert, bevor sie schließlich wegen eines tödlichen Pistolenduells am 8. August 1881 dauerhaft verboten wurde. Als Ersatz stiftete man am 22. Mai 1882 eine Borussia mit den Farben schwarz-weiß-rot (v.u.) (m.S.), die kurz darauf in den SC recipiert und am 19. Juni 1884 als Fortsetzung der Teutonia anerkannt wurde. Borussia musste allerdings schon am 2. Mai 1885 erneut suspendieren und ihre Mitglieder wurden vom AHV der Teutonia aufgenommen. Die Aufnahme zahlreicher Mitglieder der Mündenia machte es möglich Borussia am 24. April 1906 zu rekonstituieren. Als Anfang November 1914 das Verbot der Teutonia aufgehoben wurde, nahm man ab dem 5. November den Namen, die Farben und den Wahlspruch der Teutonia wieder an. Nach einer neuerlichen behördlichen Suspension im Sommersemester 1920 stiftete man als Ersatz eine Vandalia mit den Farben blutrot mit gold. Endgültig suspendierte Teutonia im Zuge der politischen Verhältnisse am 6. Oktober 1936. Nach dem Zweiten Weltkrieg schlossen sich die beiden Corps Teutonia und Hercynia am 5. November 1950 zu Teutonia-Hercynia zusammen. Das Corps besteht bis heute als Teil des Magdeburger Kreises in Göttingen.

CB-Farben: rot-weiß-hellblau (m.S.), F-Farben: im SC keine F-Farben, Mütze: rot

 

Greifswaldnach oben

 

Guestfalia

Guestfalia wurde als Guestphalia am 9. Juli 1837 gestiftet und musste am 25. April 1849 suspendieren, nachdem es sich im Jahr zuvor an der Jenenser Senioren-Convents-Deputiertenversammlung beteiligt hatte. Daraufhin wurde sie am 10. Juni 1852 durch Angehörige des Corps Borussia Greifswald, das seinerzeit als Tochtercorps der Guestphalia gestiftet wurde, rekonstituiert. Dieser Tag galt bis zur Rückdatierung auf 1837 als offizieller Stiftungstag. Nach einer kurzen Suspension im Jahre 1866 nahm man bei der Rekonstitution die Schreibweise Guestfalia an. Weitere Suspensionen erfolgten von 1880 bis 1885 und aufgrund des Nationalsozialismus 1935. Da an eine Rekonstitution in der SBZ bzw. späteren DDR nicht zu denken war erfolgte 1951 der Zusammenschluss mit Guestphalia Bonn, der bis 1993 Bestand hatte. Seitdem ist Guestfalia wieder in Greifswald ansässig und als selbstständiges Corps bis heute aktiv. Guestfalia wird zum blauen Kreis gezählt.

CB-Farben: grün-weiß-schwarz (m.S.), F-Farben: grün-weiß-grün (m.S.), Mütze: grün

Pomerania

Das Corps Pomerania wurde am 5. November 1810 im damals noch schwedischen Greifswald gestiftet. Nach mehrmaligen Suspensionen rekonstituierte Pomerania am 12. Juni 1829 und bestand von da an bis auf kleinere Suspensionen fast durchgängig. Im Jahre 1896 wurde das alte Stiftungsdatum genehmigt. Während des ersten Weltkrieges war Pomerania nicht aktiv und suspendierte unter dem Druck der Nationalsozialisten im Jahr 1935. Da eine Rekonstitution in der DDR ausgeschlossen war übernahm Saxonia Göttingen 1958 als Kartellcorps die Pflege der Pommerntradition bis sich Pomerania 2006 wieder in Greifswald selbstständig machen konnte. Pomerania wird zum grünen Kreis gezählt.

CB-Farben: ätherblau-silber-ätherblau (m.S.), F-Farben: weiß-ätherblau (m.S.), Mütze: ätherblau

Saxonia

Saxonia Greifswald wurde am 4. März 1850 als Tochtercorps der Pomerania gestiftet und bestand nur eineinhalb Jahre, da sie schon im November 1851 suspendieren musste.

CB-Farben: hellblau-weiß-dunkelblau (m.S.), F-Farben: dunkelblau-weiß-dunkelblau (m.S.), Mütze: dunkelblau

Hallenach oben

 

Borussia

Schon vor der Stiftung dieser Borussia am 6. November 1836 bestanden mindestens zwei Corps des gleichen Namens in Halle. 1848 beteiligte Borussia sich an der Jenenser Senioren-Convents-Deputiertenversammlung. Am 6. Januar 1852 wurde das Corps vom SC aufgelöst und konnte erst nach Ablauf der Suspension am 5. Juli 1855 von drei Hallenser Westfalen und zwölf aus der Verbindung Neoborussia ausgetretenen Mitgliedern rekonstituiert werden. Ein behördliches Verbot bedingte die formelle Auflösung aller Hallenser Corps im Sommersemester 1867 und bis zum Auslaufen dieses Verbotes im folgenden Semester bestanden die Corps nur intern. Danach war Borussia nur noch einmal kurzzeitig vom 18. November 1875 bis 11. März 1876 suspendiert. Wegen Nichtdurchführung der Arierbestimmungen wurde Borussia im Mai 1934 aus dem KSCV ausgeschlossen und war vom 12. Juni  bis 14. Oktober suspendiert. Die Rekonstitution währte nicht lange und Borussia musste unter dem Druck der Nationalsozialisten erneut am 11. Oktober 1935 suspendieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte sich Borussia zunächst an der Stiftung der Saxonia Frankfurt (heute Konstanz), bis man sich 1955 in Mainz wieder selbstständig machte. Nach dem Fall der Mauer kehrte Borussia 1991 zurück nach Halle und ist dort bis heute aktiv. Borussia zählt zu den kreisfreien Corps. Schon vor dieser Borussia existierten zwei oder drei frühere Verbindungen dieses Namens.

CB-Farben: schwarz-weiß-schwarz (m.S.), F-Farben: schwarz-weiß (v.u.) (m.S.), Mütze: schwarz, im SS weißer Stürmer

Guestphalia

Guestphalia wurde am 8. September 1789 als Westfälische Landsmannschaft mit den Farben schwarz-weiß gestiftet. Sie musste im März 1795 suspendieren und wurde am 8. Juli 1798 rekonstituiert. Auf einem Kartelltag der Westfalen aus Halle, Erlangen und Jena im folgenden Jahr wurde für alle drei Kartellverbindungen die Trikolore aus den Farben grün-schwarz-weiß festgelegt. Am 26. Januar 1802 wurden alle Hallenser Kränzchen verboten, bestanden aber wohl verdeckt weiter. Auch eine neuerliche Untersuchung im folgenden Jahr konnte das Bestehen unter dem Radar der Obrigkeit nicht unterdrücken. Nachdem Napoleon die Stadt 1806 erobert hatte, hob er die Universität am 19. Oktober auf, wodurch auch Guestphalia aufhörte zu bestehen. Direkt nach der Wiedereröffnung der Universität im Jahre 1808 ist auch eine Guestphalia wieder nachweisbar, die aber nach dem Ausbruch der Befreiungskriege im Februar 1813 wieder suspendierte. Erst am 14. Dezember 1819 tritt wieder eine Guestphalia in Erscheinung, die aber schon am 20. Juni 1820 erneut einging. Am 3. Februar 1825 wurde wieder eine Guestphalia Teil des SC, die Anfang der 1830er bis 1835 und von 1837 bis 1838 sowie von 1839 an suspendiert war. Die Zusammenhänge dieser verschiedenen Guestphalias sind unklar. Eine neue Guestphalia wurde am 18. Juli 1840 gestiftet und beteiligte sich 1848 an der Jenenser Senioren-Convents-Deputiertenversammlung und 1855 an der  Gründung des KSCV. Wie alle Hallenser Corps war auch Guestphalia von den Behörden im Sommersemester 1867 bis Wintersemester 1867/68 verboten, bestand aber intern weiter. Eine weitere Suspension ereilte Guestphalia von August 1870 bis zum 29. April 1874. Im Sommersemester 1926 wurde der 8. September 1789 als Stiftungsdatum anerkannt vom Hallenser SC anerkannt und 1930 vom Kösener Congreß bestätigt. Damit gilt Guestphalia Halle bezogen auf das offizielle Stiftungsdatum als das älteste noch bestehende deutsche Corps. Die Rückdatierung ist allerdings unter Historikern bis heute umstritten. Nach dem 2. Weltkrieg beteiligten sich die Mitglieder zunächst an der Stiftung der Saxonia Frankfurt (heute Konstanz). Einige Jahre später schied Guestphalia 1956 allerdings aus der gemeinsamen Gründung aus und rekonstituierte am 3. Mai 1958 in Münster, ehe das Corps 2006 zurück nach Halle verlegte, wo es bis heute besteht. Guestphalia zählt zum grünen Kreis.

CB-Farben: maigrün-weiß-schwarz (m.S.), F-Farben: maigrün-weiß-maigrün (m.S.), Mütze: maigrün

Marchia

Marchia Halle wurde am 11. Februar 1838 aus den sog. „Kannibalen“ heraus gestiftet. Im Sommersemester 1858 ereilte sie ein kurzzeitige Suspension, die aber schon im folgenden Semester endete. Die preußische Heeresvermehrung machte Marchia zu schaffen und so blieb der Nachwuchs aus zumeist preußisch-aristokratischen Familien aus. Daher musste Marchia am 9. Mai 1866 suspendieren. Marchia stand im Kartell mit Saxonia Göttingen, Saxo-Borussia Heidelberg, Franconia Jena, Pomerania Greifswald und Neoborussia Berlin. Dennoch wurde nie ein Versuch der Rekonstitution unternommen.
Schon vor dieser Marchia existierten mindestens zwei frühere Verbindungen dieses Namens. Mit der letzten (1819–1835) stand sie wohl in direkter Verbindung und übernahm bei ihrer Stiftung Farben, Wahlspruch und Wappen.

CB-Farben: orange-weiß-gelb (m.G.), F-Farben: orange-weiß-orange (m.G.), Mütze: orange

Neoborussia

Als freie Verbindung von aus der Salingia ausgetretenen Mitgliedern am 3. August 1849 mit den Farben rosa-schwarz-weiß-schwarz (v.u.) gestiftet, war der Entwicklungsweg der Neoborussia lange nicht klar. 1855 schieden deshalb über ein dutzend Mitglieder aus und rekonstitutierten mit drei Westfalen das Corps Borussia, nachdem ein Antrag Neoborussia möge Corps werden nur knapp gescheitert war. Zunächst blieb Neoborussia eine freie Verbindung und wurde schließlich 1872 Landsmannschaft im Coburger LC, bevor man schließlich 1897 doch entschied beim SC zu renoncieren. Am 6. Mai 1898 wurde Neoborussia recipiert, hatte aber in den folgenden Jahren Schwierigkeiten sich gegen die alten Corps zu halten, die im Gegensatz zu Neoborussia mittlerweile alle über ein eigenes Haus verfügten. Schließlich musste Neoborussia am 21. April 1903 suspendieren, konnte mit Unterstützung der Littuania Königsberg und Borussia Greifswald aber am 1. Mai 1913 rekonstituieren. Mitglieder, die beim Übertritt zum SC 1897 aus der Neoborussia ausgeschieden waren, hatten in der Zwischenzeit die Landsmannschaft mit den alten Farben wieder aufgetan. Deshalb musste Neoborussia die Farben und den Zirkel bei der Rekonstitution leicht anpassen. 1931 nahm Neoborussia die Mitglieder des Corps Salingia auf, dessen im Jahr zuvor erfolgte Rekonstitution nicht vom Kösener Congreß anerkannt worden war. Unter dem Druck des Nationalsozialismus suspendierte Neoborussia am 27. Oktober 1935 und brachte sich nach dem Zweiten Weltkrieg bei der Stiftung des Hallenser Traditionscorps Saxonia Frankfurt (heute Konstanz) ein. Neoborussia unterhielt zuletzt ein befreundetes Verhältnis zum Corps Ratisbonia München. Vor dieser Neoborussia bestand mindestens eine Verbindung gleichen Namens in Halle, zu der aber keinerlei Verbindung bestand.

CB-Farben: purpur-schwarz-weiß-schwarz (v.u.) (m.S.), F-Farben: purpur-schwarz-purpur (m.S.), Mütze: schwarz, im SS weißer Stürmer

Palaiomarchia

Palaiomarchia geht auf eine am 28. Oktober 1844 gestiftete Altmärkischen Kneipgesellschaft (auch Kneipverein) zurück, deren Mitglieder zunächst keine Bänder sondern nur eine lilafarbene Samtmütze trugen. Später führte man ein Band in den Farben veilchenblau-weiß-gold ein. Im folgenden Jahr legte sich die Gesellschaft eine erste Konstitution zu und änderte im Wintersemester 1845/46 die Farben orange-weiß-schwarz (v.u.)- Die Füchse trugen zunächst ein Band in den Farben orange-weiß-orange. Am 6. Februar 1847 erklärte sich die Gesellschaft zum Corps und trat am 11. Februar als Palaiomarchia dem SC bei. Ab da trugen die Füchse, wahrscheinlich aus Rücksicht auf die ältere Marchia, die Farben orange-schwarz (v.u.), kehrten aber ab dem Wintersemester 1868/69 (nachdem Marchia 1866 suspendiert hatte) zu orange-weiß-orange zurück. 1848 beteiligte sich Palaiomarchia an der Jenenser Senioren-Convents-Deputiertenversammlung in Jena und mit dem Hallenser SC ebenso 1855 an der Gründung des Kösener Senioren-Convents-Verbands. In der Zwischenzeit hatte Palaiomarchia einige ehemalige Mitglieder des Anfang 1850 suspendierten Corps Cheruscia und der im SS 1850 aufgeflogenen Verbindung Magdeburgia übernommen. Auf eine einmonatige Suspension 1859 folgten weitere kurze Suspensionen 1862 und 1871. Eine Längere Suspension vom 4. November 1874 endete erst am 8. April 1882. Im März 1890 wurde das erste eigene Corpshaus fertiggestellt, das wegen zu geringer Größe 1913 aufgegeben wurde. Stattdessen errichtete man ein neues Corpshaus, das nach der Rückübertragung in den 1990er Jahren auch heute als solches genutzt wird. In der Zeit des Nationalsozialismus positionierte sich Palaiomarchia für seine wenigen sog. „jüdisch-versippten“ Corpsbrüder, was 1935 den Ausschluss aus dem KSCV zur Folge hatte und schließlich am 11. Oktober 1935 zur Suspension des Corps führte. Nach dem Krieg war in der Sowjetischen Besatzungszone an ein wiederbeleben des Couleurlebens nicht zu denken und Palaiomarchia schloss sich 1950 mit seinem Verhältnis Masovia Königsberg zum Corps Palaiomarchia-Masovia in Kiel zusammen. Palaiomarchia rekonstituierte am 4. Mai 1991 eigenständig in Halle und besteht bis dort heute. Es wird dem blauen Kreis zugerechnet.

CB-Farben: orange-weiß-schwarz (v.u.) (m.S.), F-Farben: orange-weiß-orange (m.S.), Mütze: orange

Salingia

Als Progressverbindung am 17. Dezember 1845 gestiftet, wurde Salingia am 1. November 1877 Corps und renoncierte seit dem 6. November beim Hallenser Senioren-Convent. Am 3. Dezember 1878 wurde sie in diesen recipiert und suspendierte bald darauf am 23. Februar 1882. Der Versuch einer Rekonstitution im Jahre 1930 scheiterte wegen Nichtanerkennung auf dem oKC 1931. Die Mitglieder traten zu Neoborussia über und Saxonia Konstanz führt heute noch die Tradition der Salingia fort. Die mit dem Übertritt zum SC nicht einverstandenen Mitglieder stifteten 1896 eine neue Salingia, die heute als Alte Hallenser Burschenschaft Rhenania-Salingia in Düsseldorf besteht.

CB-Farben: schwarz-rot-weiß (v.u.) (m.S.), F-Farben: rot-weiß-rot, Mütze: rot

Saxonia

Saxonia entstand am 21. Juni 1802 durch Fusion der Magdeburgischen (1792) und Halberstädtischen (1795) Landsmannschaften. Als Farben wählte man grün-rot-weiß. Schon im folgenden Jahr wurden sämtliche Hallenser Landsmannschaften behördlich verboten, bestanden aber im Geheimen fort. Nachdem Napoleon die Stadt 1806 erobert hatte, hob er die Universität am 19. Oktober auf, wodurch auch Saxonia aufhörte zu bestehen. Direkt nach der Wiedereröffnung der Universität im Jahre 1808 ist auch eine Saxonia wieder nachweisbar, die sich im Sommersemester 1810 auf behördlichen Druck hin auflösen musste, aber schon am 28. August rekonstituiert wurde. Bei Beginn der Befreiungskriege löste sich Saxonia im Februar 1813 erneut auf. Erst am 14. November 1820 trat wieder eine Saxonia, jetzt mit den Farben dunkelblau-weiß-hellblau (v.u.) in Erscheinung, die in den folgenden Jahren immer wieder wegen behördlicher Untersuchungen aufgelöst werden musste. Von 1834 bis 25. Januar 1836 war sie wie später vom 5. August 1841 bis 3. August 1842, 13. Januar 1845 bis 14. Januar 1846,  7. Februar 1846 bis 2. August 1848 und 9. Mai bis 22. September 1851 wiederholt suspendiert. Die kurzen Suspensionen und teilweise enorm kurzen Rekonstitutionen sprechen dafür, dass Saxonia zwar in diesen Zeiten wegen mangelnder Mitgliederzahl nicht als eigenständiges Corps bestehen konnte, die übrigen Mitglieder aber weiter zusammenhielten und neuen Nachwuchs generierten. Außerdem war Saxonia 1848 bei der Jenenser Senioren-Convents-Duputiertenversammlung beteiligt, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch offiziell suspendiert war. 1855 beteiligte sich Saxonia mit den übrigen Hallenser Corps an der Gründung des KSCV, ehe sie am 2. Mai 1864 vorerst suspendieren musste. Eine Rekonstitution gelang unter großer Mithilfe des Kartellcorps Saxonia Jena erst am 25. Juli 1891. Die numerisch schwache Zahl an Alten Herren und das Fehlen eines eigenen Corpshauses führten dazu, dass sich Saxonia nur bis zum 7. November 1896 halten konnte. Die letzten lebenden Alten Herren traten nach dem 2. Weltkrieg der Saxonia Frankfurt (heute Konstanz) bei, die die Tradition der Saxonia Halle bis heute fortführt. Auch Saxonia Jena hält das Andenken an ihr ältestes Kartell am Leben.

CB-Farben: dunkelblau-weiß-hellblau (v.u.) (m.S.), F-Farben: hellblau-weiß-hellblau (m.S.), Mütze: dunkelblau

 

Teutonia

Am 16. April 1853 gründeten sechs Abiturienten des Gymnasiums Torgau gemeinsam mit drei weiteren Abiturienten anderer Gymnasien das Kränzchen Torgovia mit den Farben blau-weiß-blau, gegen die das Corps Saxonia Halle sogleich Protest einlegte. Daraufhin wurde die Verbindung am 6. August 1853 mit den Farben blau-weiß-rot (v.u.) beim Senat angemeldet und man wählte diesen Tag zum Stiftungstag. Torgovia blieb zunächst freie Verbindung und nahm 1856 die Artbezeichnung Landsmannschaft an. Unter dem Einfluss auswärtiger Verhältnisse änderte Torgovia 1861 den Namen zu Teutonia und nannte sich burschenschaftliche Verbindung. Schon 1863 entledigte man sich diesem Vorsatz wieder und bezeichnete sich erneut als Landsmannschaft. Als solche war Teutonia 1868 maßgeblich an der Gründung des ersten Landsmannschafterverbandes beteiligt. Aufgrund der ungünstigen Entwicklung desselben trat sie 1878 aus dem Verband aus und renoncierte seit dem 6. März 1878 beim Hallenser Senioren-Convent, in den sie am 3. Dezember 1878 recipiert wurde. Unter dem Druck des Nationalsozialismus musste Teutonia zum ersten Mal in ihrer Geschichte am 11. Oktober 1935 suspendieren und brachte sich nach dem Zweiten Weltkrieg bei der Stiftung des Hallenser Traditionscorps Saxonia Frankfurt (heute Konstanz) ein. Teutonia war ursprünglich Teil des kurzlebigen Gelben Kreises, unterhielt bei ihrer Suspension aber keinerlei Verhältnisse mehr. Die 1814 in Halle gegründete und bis 1819 bestehende Teutonia steht mit ihr ihn keinem Zusammenhang.

CB-Farben: blau-weiß-rot (v.u.) (m.S.), F-Farben: blau-weiß-blau (m.S.), Mütze: blau

 

Thuringia

Thuringia wurde am 6. August 1855 als Filialcorps der Saxonia gestiftet und suspendierte bereits am 2. November 1855. In numerisch geschwächter Form scheint Sie aber noch bis ins Jahr 1856 bestanden zu haben. Vor dieser Thuringia existierten mindestens drei weitere Verbindungen des gleichen Namens und teils ähnlicher Farben in Halle.

CB-Farben: schwarz-weiß-rot (v.u.) (m.S.), F-Farben: rot-weiß (v.u.) (m.S.), Mütze: schwarz

 

Heidelbergnach oben

 

Guestphalia

Guestphalia wurde am 1. Dezember 1818 mit den Farben grün-schwarz-weiß gestiftet und suspendierte im Jahre 1820, bevor sie mit der heutigen Farbreihenfolge am 15. Dezember 1821 rekonstituiert wurde. In der weiteren Geschichte durchlief Guestphalia nur ein paar kurze Suspensionen, bevor Sie unter dem Druck der Nationalsozialisten am 5. Juni 1934 endgültig den Betrieb einstellte. Nach dem zweiten Weltkrieg übernahm das 1950 gestiftete Corps Vandalo-Guestphalia die Tradition der beiden Corps Vandalia und Guestphalia. Dieses Corps trat später wegen Aufgabe der Mensur aus dem KSCV aus.

CB-Farben: grün-weiß-schwarz (m.S.), F-Farben: im SC keine F-Farben, Mütze: grün

Hanseatia

Die Hanseatia Heidelberg bestand vom 22. Oktober 1828 bis zum 4. Dezember 1841.

CB-Farben: weiß-rot-weiß (m.S.), F-Farben: im SC keine F-Farben, Mütze: rot

Helvetia

Helvatia wurde am 26. Februar 1831 gestiftet und suspendierte am 21. Mai 1847. Vor ihr bestanden in Heidelberg schon zwei Verbindungen des gleichen Namens und gleicher Farben. Eine vierte Helvetia wurde 1859 gestiftet, ging aber schon 1862 wieder ein.

CB-Farben: grün-rot-gold (m.G.), F-Farben: im SC keine F-Farben, Mütze: grün

Nassovia

Nassovia wurde am 15. November 1838 von Angehörigen der Nassovia Göttingen gestiftet. Die Aktiven suspendierten das Corps am 15. Januar 1849 und stifteten am selben Tag das heutige Corps Rhenania, das die Tradition, Verfassung und den Wahlspruch der Nassovia übernahm.

CB-Farben: blau-weiß-orange (m.G.), F-Farben: im SC keine F-Farben, Mütze: blau

Rhenania

Rhenania wurde am 15. Januar 1849 von den Mitgliedern des am selben Tag suspendierten Corps Nassovia gestiftet und übernahm deren Tradition, Wahlspruch und Verfassung. Vom 29. Oktober 1858 bis 25. Januar 1862 war das Corps suspendiert. Früher bei Nassovia Heidelberg aktiv gewesene Mitglieder wurden 1886 aufgenommen. Im Zuge der schwierigen politischen Lage suspendierte Rhenania am 3. November 1935 und am 25. November 1949 wurde der „Rheinländerkreis“ als Traditionsträger gegründet, der 1950 die alten Farben annahm. Rhenania wurde dann offiziell unter Aufnahme der Mitglieder des Rheinländerkreises am 3. Mai 1951 rekonstituiert und besteht bis heute als kreisfreies Corps in Heidelberg.

CB-Farben: blau-weiß-hellrot (m.G.), F-Farben: im SC keine F-Farben, Mütze: blau

Saxo-Borussia

Am 16. Dezember 1820 gestiftet war Saxo-Borussia kurzzeitig 1828 und von 1833 bis 1840 suspendiert. Ansonsten folgte nur eine Suspension von Seiten der Universität im Jahre 1856. Wegen des berüchtigten „Spargelessens“ wurde Saxo-Borussia durch den SC und die Universität 1935 suspendiert. Die Suspension wurde im folgenden Jahr von einem Schiedsgericht aufgehoben. Dennoch bestand das Corps wegen des politischen Drucks zunächst nicht fort und wurde erst 1952 rekonstituiert. Saxo-Borussia besteht bis heute in Heidelberg und wird dem weißen Kreis zugerechnet.

CB-Farben: weiß-grün-schwarz-weiß (m.S.), F-Farben: im SC keine F-Farben, Mütze: weißer Stürmer

Suevia

Suevia wurde am 27. März 1810 gestiftet und war 1817 und 1836 kurzzeitig suspendiert. Sie beteiligte sich 1848 an der Jenenser Senioren-Convents-Deputiertenversammlung und trat als Teil des Heidelberger SC am 26. Mai 1855 dem KSCV bei. Eine weitere kurzzeitige Suspension von Amts wegen ereilte Suevia und den gesamten SC 1856. Nach der Auflösung des KSCV suspendierte Suevia am 3. November 1935. Während der Zeit des Nationalsozialismus betreute Suevia die Kameradschaft „Axel Schaffeld“. Mitte 1949 wurde der AHV wieder reaktiviert und Suevia rekonstituierte offiziell am 28. April 1951. Suevia ist Teil des blauen Kreises.

CB-Farben: schwarz-gelb-weiß (v.u.) (m.G.), F-Farben: im SC keine F-Farben, Mütze: gelb

Vandalia

Vandalia wurde am 8. März 1842 von Mitgliedern der Ende 1841 suspendierten Hanseatia Heidelberg und anderen auswärtigen Corpsstudenten gestiftet. Das Corps beteiligte sich 1848 an der Jenenser Senioren-Convents-Deputiertenversammlung und 1855 an der endgültigen Gründung des KSCV. 1856 war Vandalia – wie der gesamte SC – kurzzeitig behördlich suspendiert. Ansonsten bestand das Corps durchgängig bis zur Suspension am am 29. September 1935. Zuvor war Vandalia wegen Nichterfüllung der Arierparagraphen aus dem KSCV ausgeschlossen und am 30. Mai 1934 durch die Universität verboten worden. Zusammen mit den übrigen Heidelberger Corps betreute Vandalia ab 1938 die Kameradschaft „Axel Schaffeld“. Nach dem zweiten Weltkrieg rekonstituierte Vandalia nicht, sondern schloss sich am 25. Juli 1950 mit Guestphalia zu Vandalo-Guestphalia zusammen. Vandalia gehörte keinem der klassischen Kreise an, war aber großbürgerlich und aristokratisch geprägt. Zum Scherz sprach man vom „Goldenen Kreis“, dem nur Vandalia angehörte.

CB-Farben: gold-rot-gold (m.G.), F-Farben: im SC keine F-Farben, Mütze: rot

 

Jenanach oben

Alemannia

Im Jahre 1849 wurde eine Singblase auf der Rasenmühle gegründet, die später Progeßverbindung wurde und sich Rasonia nannte.  Ab 19. Januar 1851 nannte man sich Landsmannschaft und wurde spätestens im März 1852 zum Corps Alemannia. Am 1. Juli 1853 nahm Alemannia die Farben und den Namen der seit 1849 suspendierten Saxonia an und wurde von den früheren Mitgliedern als deren Fortsetzung anerkannt.

CB-Farben: schwarz-blau-gold (v.u.) (m.G.), F-Farben: unbekannt, Mütze: schwarz

Franconia

Franconia wurde am 20. Januar 1821 gestiftet. Aufgrund behördlicher Verfolgung musste sie am 13. Dezember 1835 suspendieren, konnte aber bereits knapp ein Jahr später am 1. November 1836 rekonstituiert werden. Franconia beteiligte sich an der Jenenser Senioren-Convents-Deputiertenversammlung am 15. Juli 1848 und der Gründung des KSCV am 26. Mai 1855. In den folgenden beiden Jahren war Franconia zeitweise nicht Mitglied des SC. Im Zuge der veränderten politischen Verhältnisse suspendierte Franconia am 13. Oktober 1935 und konnte nach dem Krieg am 21. Januar 1950 zunächst in Frankfurt am Main rekonstituiert werden. Am 4. November 1967 verlegte das Corps seinen Sitz nach Regensburg, wo es bis heute besteht. Franconia gilt zusammen mit Bremensia Göttingen und Franconia München als Keimstätte des grünen Kreises und pflegt bis heute entsprechende Verhältnisse.

CB-Farben: grün-rot-gold (v.u.) (m.G.), F-Farben: grün-rot (v.u.) (m.G.), Mütze: dunkelgrün

Guestphalia

Die Guestphalia wurde am 16. März 1841 gestiftet. Sie war kurzzeitig im Jahr 1855, von 1856 bis 1861 und 1882 bis 1883 suspendiert. Nach der Auflösung des KSCV suspendierte Guestphalia endgültig am 13. Oktober 1935. Nach dem Zweiten Weltkrieg entschied man sich aufgrund der in der DDR herrschenden Verhältnisse zu einem Zusammenschluss mit dem Kartellcorps Palatia Straßburg, das schon seit Ende des ersten Weltkrieg in Freiburg ansässig war. Dort besteht Guestphalia im Corps Palatia-Guestphalia bis heute fort, welches vor allem Beziehungen zum blauen Kreis unterhält.

CB-Farben: grün-weiß-schwarz (v.u.) (m.S.), F-Farben: grün-weiß-grün (m.S.), Mütze: grün, im SS weißer Stürmer

Saxonia

Saxonia wurde als Landsmannschaft Altenburgia am 13. Februar 1805 mit den Farben rosa-gelb-weiß gestiftet und nahm im Wintersemester 1806/07 die heutigen Farben und 1808 den heutigen Namen an. Im August 1809 ereilte Saxonia eine kurzzeitige Suspension, bevor sie am 12. Juni 1815 zugunsten der Urburschenschaft aufgelöst wurde. Am 7. Juni 1820 wurde sie rekonstituiert und war vom Sommersemester 1834 bis 10. März 1838 und ab dem 30. Juli 1849 erneut suspendiert. Am 1. Juli 1853 nahm das Corps Alemannia Namen und Farben der alten Saxonia an und wurde als deren Fortsetzung anerkannt. Nach einer kurzzeitigen Suspension im Jahre 1861 erfolgte eine länger andauernde am 28. Oktober 1862. Am 27. November 1874 bildete sich unabhängig von ihr eine Verbindung Saxonia mit den Farben grün-weiß-gold, die sich im Wintersemester 1877/78 zunächst zu einer Landsmannschaft und im Sommersemester 1879 zum Corps erklärte. Am 29. Februar 1880 wurde sie in den SC recipiert und nahm knapp ein Jahr später die Farben der alten Saxonia an. Sie wurde von den früheren Mitgliedern am 31. Mai 1884 als Fortsetzung anerkannt. Wie alle Corps suspendierte auch Saxonia im Zuge der politischen Verhältnisse am 29. Juni 1936. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte Sie nicht in ihrer Heimatstadt rekonstituiert werden und schloss sich daher am 17. März 1951 mit ihrem Kartell Saxonia Bonn zum Corps Saxonia Jena et Bonn zusammen. 1955 wurde der Stiftungstag von 1805 anerkannt und Saxonia Jena konnte 1993 nach Jena zurückkehren. Dort besteht das Corps bis heute und wird dem roten Kreis zugerechnet.

CB-Farben: dunkelblau-hellblau-weiß (v.u.) (m.S.), F-Farben: hellblau-weiß-hellblau (m.S.), Mütze: dunkelblau

Thuringia

Thuringia wurde am 6. Juni 1820 von aus der allgemeinen Burschenschaft ausgetretenen Mitgliedern gestiftet. Sie war vom 22. Februar bis 1. Dezember 1833, vom 16. Januar bis 30. August 1836 und vom 6. November 1843 bis 12. März 1844 suspendiert. Ab da bestand Thuringia durchgehend bis zur Auflösung am 26. Oktober 1935. Sie trat nochmals kurz vom 21. Dezember 1935 bis 21. Februar 1936 zusammen, konnte sich aber schlussendlich nicht halten. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte Thuringia unter Aufnahme der in Hamburg 1948 gegründeten Verbindung Hansea am 6. Juni 1948 ebendort rekonstituieren und verlegte den aktiven Betrieb nach einer kurzen Suspension vom 16. Dezember 1989 bis 21. April 1990 am 9. Juni 1990 wieder nach Jena, wo sie bis heute als Corps des schwarzen Kreises besteht.

CB-Farben: schwarz-rot-weiß (v.u.) (m.S.), F-Farben: rot-weiß-rot (m.S.), Mütze: schwarz

Kielnach oben

Holsatia

Holsatia feiert offiziell den 1. August 1818 als Stiftungstag, wenngleich dieser historisch nicht nachvollziehbar ist. Die Verbindung mit den Farben lila-weiß erlosch Ostern 1823 und wurde am 31. August 1823 mit den Farben rot-weiß erneuert. Seit etwa 1826 führte man die Farben rot-weiß-rot. 1829 stifteten einige Mitglieder die Slesvicia mit der Holsatia im Januar 1833 zu Holsato-Slevicia (später Slesvico-Holsatia) fusionierte und die Farben blau-weiß-rot (später rot-weiß-blau) annahm. Die 1840er Jahre waren von zahlreichen Suspensionen geprägt. Erst am 12. Dezember 1855 konnte Holsatia wieder erstehen und war in den 1860er und 1870er Jahren wieder zahlreichen Suspensionen unterworfen. 1895 wurde der heutige Stiftungstag angenommen. Bald darauf suspendierte Holsatia erneut für zehn Jahre. 1912 wurde Holsatia von der Universität verboten und an ihre Stelle trat eine Franconia mit den Farben grün-weiß-rot bis im folgenden Jahr Holsatia wieder offiziell auftreten durfte. Wegen der politisch schwierigen Verhältnisse suspendierte Holsatia am 16. August 1936. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Corps am 11. Dezember 1947 rekonstituiert. Von Dezember 1948 bis Mai 1950 wurde im Band ein zusätzlicher schwarzer Streifen getragen, da man den CC der Borussia Breslau aufgenommen hatte, um dessen eigenständige Rekonstitution zu unterstützen. Holsatia besteht bis heute in Kiel und wird dem grünen Kreis zugerechnet.

CB-Farben: hellrot-weiß-hellrot (m.S.), F-Farben: hellrot-weiß (m.S.), Mütze: rot

Königsbergnach oben

Littuania

Littuania wurde am 19. Dezember 1828 konstituiert und feierte am 31. Januar 1829 ihr Gründungsfest. Dieser Tag galt später als das offizielle Stiftungsdatum. Die Farben waren von jeher grün-weiß-rot. Am 6. Dezember 1836 nahm Littuania eine Corpsverfassung an und 1848 kam es in dieser Frage zu einer weitreichenden Spaltung der Verbindung. Die Mehrheit wollte die Corpsverfassung abschaffen und stand zum Progreß, sie behielt die Farben grün-weiß-rot. Der in der Abstimmung unterlegene Teil führte fortan grün-silber-rot und blieb ein Corps. Das Corps (sog. Silber-Littauer) war das erste Königsberger Corps im KSCV (Beitritt 1864) und musste 1866 suspendieren. Die Mehrheit (sog. Tuch-Littauer) stand zum Progreß und erkannte allen Mitgliedern die gleichen Rechte zu. Sie nannte sich ab dem 6. März 1861 „Landsmannschaft“. Diese Landsmannschaft beantragte 1894 Mitglied des Senioren-Convents zu werden und so kam es zu einer teilweisen Wiedervereinigung. 27 Silber-Littauer – darunter 16 ehemalige Tuch-Littauer – schlossen sich dem neuen Corps an. Aufgrund des Widerstands im Königsberger SC – Littuania wäre auf einen Schlag ältestes Corps gewesen – konnte Littuania sich nie offiziell auf ihr altes Stiftungsdatum rückdatieren. Im Herbst 1935 suspendierte Littuania aufgrund der politischen Verhältnisse und schloss sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit den Königsberger Corps Hansea und Baltia zur neugegründeten Albertina zusammen, die die Tradition des Königsberger SC bis heute pflegt.

CB-Farben: grün-weiß-rot (m.S.), F-Farben: weiß-grün-weiß (m.S.), Mütze: grün

 

Normannia

Das Corps Normannia wurde am 6. März 1833 gestiftet und bestand bis zum 2. Dezember 1847.

CB-Farben: schwarz-gold-hellblau (v.u.) (m.G.) F-Farben: unbekannt, Mütze: hellblau

Leipzignach oben

 

Lusatia

Lusatia wurde am 7. September 1807 mit den Farben blau-rot-gold gestiftet und änderte schon im Januar 1808 ihren Namen in Coniunctio Lusato-Polonica, bevor man im August wieder zum ursprünglichen Namen zurückkehrte. Am 24. März 1832 wurde die Farbenfolge blau-gold-rot angenommen. Lusatia beteiligte sich 1848 an der Jenenser Senioren-Convents-Deputiertenversammlung und 1855 als Teil des Leipziger SC an der Gründung des KSCV. Nach eine Suspendierung durch die Behörden am 12. März 1887 bestand Lusatia vom 21. April 1887 bis 10. September 1888 als Cimbria mit den Farben hellblau-schwarz-kirschrot. Durch die veränderten politischen Verhältnisse im sog. „Dritten Reich“ löste sich der KSCV auf und Lusatia suspendierte am 11. Februar 1936. Die von Lusatia, Budissa, Saxonia und Thuringia betreute Kameradschaft „Markgraf von Meißen“ bildete die Keimzelle für die Konstitution als Corps Misnia am 22. Juni 1942, das auch die Bestimmungsmensur wieder durchführte und an der versuchten Rekonstitution des KSCV 1944 beteiligt war. Im Sommersemester 1945 führte die sowjetische Besatzung zur Einstellung des Aktivenbetriebes und Misnia siedelte im Dezember 1946 nach Erlangen über, wo sich das Corps am 3. Dezember 1949 zum Zwecke der Rekonstitution der Lusatia auflöste. Lusatia verlegte am 20. April 1958 nach Berlin und eröffnete am 24. November 1990 eine weitere Aktivität in Leipzig, ehe man am 10. April 1992 ganz dorthin verlegte. Seit dem 6. November 1993 führt Lusatia auch die Tradition der Lusatia Breslau fort. Das Corps besteht bis heute in Leipzig und wird zum blauen Kreis gezählt. Lusatia pflegt aber auch Verhältnisse zu kreisfreien und schwarzen Corps.

CB-Farben: blau-gold-rot (m.G.) F-Farben: blau-rot (m.G.) Mütze: stahlblau

Misnia

Das Corps Misnia wurde am 8. November 1837 durch einen Leipziger Lausitzer und fünf aus der Saxonia ausgetretenen Renoncen gestiftet. Ab 1860 ereilten Misnia zahlreiche kürzere Suspensionen und das Corps stellte den Aktivenbetrieb am 6. Juli 1893 endgültig ein. Über den Suspensionsgrund gibt es verschiedene Legenden. Sicher ist, dass die Aktiven das von den Alten Herren zur Entschuldung des Corps bereitgestellte Geld zweckentfremdeten und die Alten Herren daher später eine Rekonstitution kategorisch ausschlossen.

CB-Farben: grün-weiß-rot (m.S.), F-Farben: grün-weiß (m.S.), Mütze: grün

Saxonia

Saxonia wurde als Landsmannschaft alten Typs am 4. September 1812 gestiftet. Am 12. März 1887 wurde sie von der Universität suspendiert und eine Neoborussia mit den Farben schwarz-weiß-rosa trat an ihre Stelle, bevor Saxonia am 10. September 1888 wieder ein Erscheinung treten konnte. Am 26. Oktober 1935 suspendierte Saxonia wegen der vorherrschenden politischen Verhältnisse. Nach dem Zweiten Weltkrieg war an einen Neuanfang in Leipzig nicht zu denken und Saxonia rekonstituierte 1950 zunächst in Frankfurt am Main, verlegte den Sitz 1973 nach Augsburg und schließlich am 9. Januar 2002 zurück nach Leipzig, wo sie auch heute noch aktiv ist. Saxonia ist ein kreisfreies Corps.

CB-Farben: dunkelblau-hellblau-weiß (m.W.), F-Farben: dunkelblau-weiß (m.W.), Mütze: dunkelblau

Thuringia

Das Corps Thuringia entstand, als sich eine nicht näher zu datierende Landsmannschaft gleichen Namens am 12. August 1848 zum Corps erklärte und wohl im darauffolgenden November in den SC recipiert wurde. Schon im Dezember desselben Jahres trat sie aus diesem wieder aus, weshalb der SC über die Verbindung den Verruf verhängte. Er wurde erst kurz vor der Wiederaufnahme der Thuringia in den SC im Sommersemester 1850 aufgehoben. Nur wenige Jahre später suspendierte Thuringia am 2. Juni 1853. Sie stand im Kartell mit Franconia Jena.
Schon vor dieser Thuringia gab es drei Verbindungen des gleichen Namens in Leipzig. Die erste bestand von 1807 bis 1812, die zweite von 1817 bis 1818 und die dritte wurde am 26. Juni 1847 als Hilfscorps der Misnia gestiftet, trat aber schon einen Monat später in diese zurück. Das heute bestehende Corps Thuringia ist der fünfte Vertreter dieses Namens in Leipzig und steht mit der Thuringia von 1848 in keinem personellen Zusammenhang. Sie entstand aus einer 1854 gestifteten Verbindung Lipsia (seit 1856 Landsmannschaft), die sich seit 1863 Thuringia nannte und 1868 in den SC recipiert wurde.

CB-Farben: schwarz-weiß-rot (m.S.), F-Farben: weiß-rot (m.S.), Mütze: schwarz

Marburgnach oben

 

Hassia

Hassia geht auf das Hessische Kränzchen zurück, das am 8. November 1806 mit den Farben schwarz-grün-rot (m.G.) gestiftet wurde und sich am 22. Juni 1807 als Landsmannschaft konstituierte. Diese wurde 1816 von der Universität suspendiert und rekonstituierte am 12. November 1818 als Corps. Am 19. Juni 1822 nahm man die Farben grün-weiß-rot an. Hassia suspendierte Ende des Wintersemesters 1837/38, nachdem einige Mitglieder aufgrund interner Streitigkeiten ausgeschieden waren und die Marcomannia gestiftet hatten. Durch Umbenennung der Rhenania endete die Suspension am 27. Mai 1838. Das Corps hatte aber keinen langen bestand und suspendierte im Januar 1839. Teile der Mitglieder stifteten dann im Juli das noch heute bestehende Corps Hasso-Nassovia.

CB-Farben: grün-weiß-rot (m.S.), F-Farben: grün-weiß (m.S.), Mütze: grün

Hasso-Nassovia

Hasso-Nassovia geht auf die ältere Hassia, die 1806 als Kränzchen und 1807 als Landsmannschaft alten Typs konstituiert wurde, zurück und wurde von einem Teil der im Januar 1839 suspendierten Hassia am 15. Juli 1839 gestiftet. 1855 beteiligte sich das Corps an der Gründung des KSCV und war im Wintersemester 1869/70 für sechs Monate von der Universität suspendiert. Ansonsten bestand Hasso-Nassovia durchgängig bis zum 27. Oktober 1935. Eine kurze Rekonstitution im folgenden Jahr war nicht unter dem Druck des Nationalsozialismus nicht von Dauer und man betreute ab 1938 zusammen mit den beiden anderen Marburger Corps die Kameradschaft „Carl Allmenroeder“, die ab 1940 auch Mensuren austrug. Die „Studentengemeinschaft Hessen“ wurde 1947 als Traditionsträger gegründet und nach der Reaktivierung des AHV konnte das Corps offiziell als Hasso-Nassovia am 16. Juli 1950 rekonstituieren. Im folgenden Jahr war Hasso-Nassovia an der Rekonstitution des KSCV beteiligt. Das Corps zählt zu den kreisfreien Corps und unterhält Verhältnisse zu anderen kreisfreien und zwei schwarzen Corps.

CB-Farben: lichtes Maigrün-weiß-himmelblau (m.S.), F-Farben: weiß-lichtes Maigrün-weiß (m.S), Mütze: lichtes Maigrün

Teutonia

Zunächst bestand seit 7. Juli 1825 ein „Club der Blau-Roten“, aus dessen Kreis am 7. August 1825 Teutonia mit den Farben blau-rot gestiftet wurde. Im Sommersemester 1827 änderte man die Farben in blau-rot-gold. Ein Jahr später musste Teutonia wegen drohender behördlicher Verfolgung suspendieren und rekonstituierte am 21. März 1829. In den 1830er Jahren änderte Teutonia ihre Farben mehrmals zu blau-weiß-rot (1833), blau-weiß-gold (1835) und kehrte nach kurzer Suspension am 10. Mai 1839 zu den Farben blau-rot-gold zurück. Am 21. Januar 1841 stiftete Teutonia das Hilfscorps Marcomannia, das aber schon am 20. Juni 1841 in das Muttercorps zurücktrat. Dies brachte eine erneute Farbänderung zu blau-weiß-gold mit sich, die erst am 15. August 1852 rückgängig gemacht wurde. Vom 20. Dezember 1888 bis 26. Januar 1889 war Teutonia von der Universität suspendiert. Im Zuge der politischen Verhältnisse suspendierte Teutonia zunächst am 17. Oktober 1935, rekonstituierte kurzzeitig von Januar bis Mai 1936 und betreute ab 1938 zusammen mit den beiden anderen Marburger Corps die Kameradschaft „Carl Allmenroeder“, die ab 1940 auch Mensuren austrug. Der aus dieser Kameradschaft hervorgegangene „Akademische Club Marburg“ wurde am 29. April 1951 als aktives Corps Teutonia anerkannt. Teutonia besteht bis heute in Marburg und ist Teil des blauen Kreises.

CB-Farben: hellblau-feuerrot-gold (m.G.), F-Farben: hellblau-feuerrot (m.G.), Mütze: hellblau

Vandalia

Vandalia wurde am 24. Juli 1855 von Mitgliedern der Hasso-Nassovia und Teutonia gestiftet. Im selben Jahr beteiligte sie sich als Teil des SC an der Stiftung des KSCV. Nachdem Vandalia bereits 1856 kurzzeitig suspendiert war, hörte sie am 3. Mai 1860 endgültig auf zu bestehen.

CB-Farben: dunkelrot-weiß-dunkelgrün (m.S.), F-Farben: rot-weiß-rot (m.S.), Mütze: rot

 

Münchennach oben

 

Bavaria

Bavaria wurde am 30. November 1806 an der Universität Landshut gestiftet und suspendierte alsbald offiziell wegen behördlicher Verfolgung, während sie eigentlich insgeheim fortbestand. In der Landshuter Zeit wechselten sich Suspensionen und Rekonstitutionen ab und 1826 verlegte Bavaria wie die übrigen Landshuter Corps gemeinsam mit der Universität ihren Sitz nach München. Bavaria beteiligte sich 1848 an der Jenenser Senioren-Convents-Deputiertenversammlung, trat aber mit den übrigen Münchner Corps erst 1862 dem KSCV bei. Nachdem der SC den Verband 1864 verließ, wurde Bavaria im folgenden Jahr wieder aufgenommen. 1869 stand sie kurzzeitig außerhalb des SC. Unter dem Druck des Nationalsozialismus suspendierte Bavaria am 1. März 1936 und betreute seit 1938 zusammen mit den Corps Arminia und Brunsviga die Kameradschaft „Paul de Lagarde“. Am 13. August 1947 konnte Bavaria rekonstituieren und beteiligte sich 1951 auch an der Rekonstitution des KSCV. Bavaria ist eines der letzten Lebenscorps und pflegt daher keine auswärtigen Verhältnisse.

CB-Farben: weiß-blau-weiß (m.G.), F-Farben: weiß-blau (m.G.), Mütze: weiß

Franconia

Franconia wurde am 29. Januar 1836 mit den Farben dunkelgrün-weiß-hellgrün von früheren Mitgliedern der suspendierten Rhenania gestiftet. Noch im selben Jahr wurden die Farben zur noch heute gültigen Farbfolge geändert. Franconia beteiligte sich 1848 an der Jenenser Senioren-Convents-Deputiertenversammlung, trat aber mit den übrigen Münchner Corps erst 1862 dem KSCV bei. Nachdem der SC den Verband 1864 verließ, wurde Franconia noch im selben Monat wieder aufgenommen. Nach der Auflösung des KSCV unter dem Druck des Nationalsozialismus suspendierte Franconia zunächst am 8. November 1935, bestand aber nochmals vom Sommersemester 1938 bis 1939 insgeheim mit Mensurbetrieb. Schon seit 1938 betreute das Corps die Kameradschaft „von Scheubner-Richter“ und auch 1940 wurden noch einige Mensuren geschlagen. Noch vor Ende des Zweiten Weltkrieges beschloss man die Verleihung des Bandes der Franconia an die Kameradschaftsmitglieder, die gefochten hatten. Die übrigen erhielten die Corpsschleife. Nach der Reaktivierung des AHV Ende 1948 konnte das Corps am 21. April 1950 offiziell rekonstituieren und beteiligte sich 1951 auch an der Rekonstitution des KSCV. Franconia wird zum grünen Kreis gezahlt und gilt gemeinsam mit Franconia Jena und Bremensia Göttingen als die Keimzelle desselben.

CB-Farben: grün-weiß-rot (m.S.), F-Farben: grün-weiß (m.S.), Mütze: grün

Makaria

Gestiftet wurde Makaria zunächst als namenlose Vereinigung am 4. November 1843 und nahm den späteren Namen erst 1847 an. Sie wurde am 26. Mai 1848 offiziell von den Universitätsbehörden genehmigt. Der bis heute offizielle Stiftungstag ist der 31. Mai 1848, an dem die Verbindung die Bänderweihe vornahm. Zwei Jahre später wurde Makaria am 16. Mai 1850 als Corps in den Münchener Senioren-Convent recipiert. Ein Rückdatierungsversuch auf 1843 scheiterte nicht an der Historischen Kommission, die diesen als begründet ansah, sondern am danach tagenden oKC. Zusammen mit den übrigen Münchener Corps wurde Makaria 1862 Mitglied des KSCV. Der gesamte SC schied Mitte Juni 1864 aus dem Verband aus, wobei schon im selben Monat wieder aufgenommen wurde. Unter dem Druck des Nationalsozialismus suspendierte das Corps am 22. Mai 1936 und bestand ab dem Wintersemester 1938/39 bis zum 26. August 1939 mit Mensurbetrieb weiter, während schon ab 1938 die Kameradschaft „Horst Wessel“ betreut wurde. Am 26. November 1948 wurde Makaria rekonstituiert und beteiligte sich 1951 auch an der Rekonstitution des KSCV. Seitdem besteht das Corps in München und ist Teil des Süddeutschen Kartells.

CB-Farben: schwarz-weiß-feuerrot (m.S.), F-Farben: schwarz-feuerrot (m.S.), Mütze: schwarz

Palatia

Palatia wurde am 20. Juni 1813 mit den Farben weiß-blau-rot an der Universität Landshut gestiftet und nahm 1820 die heutige Farbfolge an. Wie die übrigen Landshuter Verbindungen verlegte das Corps seinen Sitz Ende 1826 gemeinsam mit der Universität nach München und wurde mit den übrigen Münchner Corps 1862 in den KSCV aufgenommen. Nachdem der SC den Verband 1864 verließ, wurde Palatia im folgenden Jahr wieder aufgenommen und stand dann nochmals 1869 kurzzeitig außerhalb des SC. Im Zuge der politischen Verhältnisse suspendierte Palatia am 12. Oktober 1935, rekonstituierte nochmals für einen Tag im November 1935 und erneut am 4. April 1936 bevor sie schlussendlich am 19. Mai 1936 wieder suspendierte. Ab 1938 betreute Palatia die Kameradschaft „Friedrich Friesen“ und konnte schließlich am 20. Oktober 1948 rekonstituieren. 1951 beteiligte sie sich an der Rekonstitution des KSCV und besteht bis heute als kreisfreies Corps. Palatia war lange ein sogenanntes Lebenscorps und hat daher relativ wenige Zweibändermänner.

CB-Farben: hochrot-königsblau-silberweiß (m.S.), F-Farben: hochrot-königsblau (m.S.), Mütze: hochrot

Suevia

Suevia wurde am 16. Dezember 1803 mit den Farben grün-weiß-orange an der Universität Landshut gestiftet. Von Februar 1806 bis zum 2. November 1806 war sie wegen Ausschlusses der meisten Mitglieder vom Studium suspendiert. Die heutigen Farben nahm das Corps Mitte 1821 an und verlegte Ende 1826 seinen Sitz gemeinsam mit der Universität nach München. Suevia beteiligte sich 1848 an der Jenenser Senioren-Convents-Deputiertenversammlung, trat aber mit den übrigen Münchner Corps erst 1862 dem KSCV bei. Nachdem der SC den Verband 1864 verließ, wurde Suevia im folgenden Jahr wieder aufgenommen. Das Corps wurde am 22. Mai 1934 wegen Nichterfüllung der Arierbestimmungen aus dem KSCV ausgeschlossen und war daraufhin vom 23. Juni bis 1. Oktober suspendiert. Danach bestand Suevia als verbandsfreies Corps bis Mitte 1939. Die von ihr seit 1938 betreute Kameradschaft „Prinz Eugen“ schlug seit dem Wintersemester 1943/44 wieder Mensuren und rekonstituierte Suevia am 16. Dezember 1944. Vom AHV ausgehend wurde das aktive Corps am 24. April 1948 wiederhergestellt und beteiligte sich 1951 an der Rekonstitution des KSCV. Suevia gilt gemeinsam mit Thuringia Jena, Brunsviga Göttingen und Hassia Gießen als Keimzelle des schwarzen Kreises, hat aber vereinzelt auch kreisfreie Verhältniscorps.

CB-Farben: schwarz-weiß-blau (m.S.), F-Farben: schwarz-blau (m.S.), Mütze: schwarz

Tübingennach oben

Franconia

Franconia wurde am 16. Februar 1821 von aus der landsmannschaftlichen Verbindung Hohenlohia ausgetretenen Mitgliedern gestiftet. Zwischen dem 28. Februar 1826 und dem 13. Juni 1830 war Franconia wegen behördlicher Verfolgung offiziell suspendiert, bestand aber im Geheimen fort. Am 29. Mai 1857 trat sie gemeinsam mit Suevia Tübingen dem KSCV bei. Wegen Ausschreitungen einzelner Mitglieder wurde Franconia am 25. Januar 1906 von der Universität suspendiert und man stiftete am 19. April 1906 eine Hansea als Ersatz. Sie hatte die Farben weiß-rot-weiß (m.G.). Die Suspendierung endete bereits am 22. Juni und Franconia konnte wieder an die Stelle der Hansea treten. Nach der Auflösung des KSCV suspendierte Franconia zunächst am 23. Oktober 1935, rekonstituierte aber im folgenden Monat um dann am 16. Mai 1936 erneut zu suspendieren. Nachdem der AHV bereits im Vorjahr reaktiviert wurde, gründete Franconia zusammen mit den Tübinger Corps Borussia und Suevia am 28. April 1949 die „Studentische Verbindung Österberg“ als gemeinsamen Traditionsträger, bevor sie im folgenden Jahr am 16. Februar eigenständig rekonstituieren konnte. Franconia zählt zu den kreisfreien Corps und pflegt Verhältnisse mit anderen kreisfreien und teilweise schwarzen Corps.

CB-Farben: moosgrün-rosa (m.G.), F-Farben: moosgrün-rosa-weiß (m.S.), Mütze: moosgrün

Guestphalia

Das Corps Guestphalia wurde durch elf aus der im Herbst 1835 entstandenen Verbindung Giovannia ausgetretenen Mitgliedern am 12. August 1836 gestiftet und alsbald in den SC aufgenommen. Im folgenden Jahr zwang eine ausgiebige Untersuchung der Behörden Guestphalia zu einer zeitweisen Auflösung. Im Wintersemester 1841/42 hat Guestphalia wohl den SC verlassen und hielt sich in der kommenden Zeit mehr zur Burschenschaft. Ab Ende 1845 war sie aber wieder Teil des Senioren-Convents und soll in der folgenden Zeit mit Guestphalia Heidelberg im Kartell gestanden haben. Von ständigem Nachwuchsmangel geplagt, suspendierte Guestphalia am 29. Februar 1852, blieb aber noch einige Zeit darüber hinaus als Kneipverbindung zusammen, ehe sie sich ganz auflöste.
Vor dieser Guestphalia bestand ein früheres Corps gleichen Namens vom 12. Februar 1831 bis 7. Juli 1832.

CB-Farben: grün-weiß-schwarz (m.S.), F-Farben: grün-weiß-grün (m.S.), Mütze: grün

Suevia

Suevia wurde am 10. November 1831 gestiftet und war von Anfang Wintersemester 1833/34 bis zum 6. Januar 1835 suspendiert. Noch im selben Jahr wurden alle ihre Mitglieder durch die Universität vom Studium ausgeschlossen, was de facto zu einer Suspension am 11. September 1835 führte. Erst am 19. März 1838 konnte Suevia rekonstituiert werden. Zusammen mit Franconia trat sie am 29. Mai 1857 dem KSCV bei. Wegen der Weigerung die Arierbestimmungen durchzusetzen wurde Suevia am 15. Mai 1934 suspendiert und wenige Tage später aus dem KSCV ausgeschlossen. Verbandsfrei bestand sie dann vom 26. Oktober 1934 noch bis zum 27. Oktober 1935 und vom 21. November 1935 bis zum 15. Mai 1936. Suevia beteiligte sich am 28. April 1949 an der gemeinsamen Stiftung der „Studentischen Verbindung Österberg“ als Traditionsträger der Tübinger Corps Suevia, Franconia und Borussia. Ein Teil der Mitglieder schied im Januar 1950 aus und gründete die „Studentische Vereinigung Schwaben“, die die Grundlage für die eigenständige Rekonstitution am 25. März 1950 bildete. Wegen der Abschaffung der Bestimmungsmensur trat Suevia am 30. April 1971 aus dem KSCV aus und besteht seither als verbandsfreies Corps. Ursprünglich wurde Suevia zum grünen Kreis gerechnet.

CB-Farben: schwarz-weiß-rot (m.S.), F-Farben: schwarz-rot (m.S.), Mütze: rot

Transsylvania

Transsylvania wurde am 23. März 1855 von Studenten aus Siebenbürgen gestiftet und stand zunächst auch nur solchen offen. Sie trat zunächst in ein „Kartell“ mit den Verbindungen Roigel, Ghibellinia und Ulmia, bevor sie sich im folgenden Jahr dem SC annäherte und mit diesem im Februar 1856 ein Paukverhältnis abschloss. Außerdem öffnete sich Transsylvania auch für Studenten aus anderen Regionen. Auf eigenen Wunsch hin wurde Transsylvania am 1. Februar 1857 in den Tübinger Senioren-Convent aufgenommen. Nur wenig später führte die Relegation zahlreicher Mitglieder zum Abgang fast aller Transsylvanen und das Corps löste sich am 20. Mai 1857 auf. Die meisten Mitglieder gingen nach Erlangen und Würzburg, wo sie teilweise Aufnahme bei anderen Corps fanden.

CB-Farben: blau-rot-blau (m.G.), F-Farben: unbekannt, Mütze: blau

 

Würzburgnach oben

Bavaria

Bavaria wurde am 1. März 1815 gestiftet und war durch SC-Verruf vom 25. Juni 1818 bis 16. Dezember 1819 suspendiert. Der Streit um das Lebenscorpsprinzip führte 1876/77 zu einem Zerwürfnis der Aktiven und des Philisteriums, bis das Waffencorpsprinzip am 1. März 1877 durch die Alten Herren schließlich anerkannt wurde. Am 29. Januar 1878 musste Bavaria suspendieren und wurde als Lebenscorps am 10. Oktober 1880 wieder hergestellt. Endgültig wurde das Lebenscorpsprinzip dann am 18. April 1904 aufgegeben und Bavaria suspendierte durch die veränderte politische Lage erneut am 15. Dezember 1935. Aus der durch Franconia, Guestphalia, Makaria, Nassovia und Rhenania betreute Kameradschaft „Albrecht der Bär“ entstand ein Zusammenschluss von Studenten, die aus der Kameradschaft austraten und anfingen Bestimmungsmensuren zu fechten. Mit diesen Studenten gelang am 26. Februar 1944 die Rekonstitution der Bavaria, welche sich im Juni desselben Jahres an dem Versuch einer Rekonstitution des KSCV beteiligte. Bavaria rekonstituierte am 10. Juni 1948 offiziell und besteht bis heute in Würzburg. Das Corps wird dem schwarzen Kreis zugerechnet.

CB-Farben: dunkelblau-weiß-hellblau (m.S.), F-Farben: dunkelblau-weiß (m.S.) Mütze: blau

Rhenania

Rhenania wurde am 23. Januar 1842 gestiftet. Schon vor dieser Rhenania bestanden zwei Verbindungen des selben Namens in Würzburg, mit denen Rhenania aber nicht in Beziehung steht. Nach außen hin trat Rhenania in den ersten Jahren als Rheno-Palatia mit blau-weiß-orange auf, weil die Behörden bei Namen und Farben der Rhenania eine frankophile Tendenz vermuteten. 1859 trat Rhenania mit den übrigen Corps des Würzburger SC dem KSCV bei. Rhenania erwarb als erstes Corps in Deutschland 1884 ein eigenes Corpshaus, das es auch bis heute als solches nutzt. In der Zeit des Nationalsozialismus unterstützte Rhenania zunächst die Kameradschaft Albrecht der Bär auf dem Haus der Nassovia. Davon spaltete sich 1939 eine Gemeinschaft Wennemacher ab, die ab Mai 1940 unter dem Namen Kameradschaft Balthasar Neumann auf dem Rhenanenhaus ihren Sitz hatte. Sie nahm korporative Züge an und focht im Juli 1941 erste Mensuren. Das Corpshaus wurde 1945 durch einen Bombentreffer weitestgehend zerstört und bis 1952 mit Hilfe der Corpsbrüder wieder aufgebaut. Rhenania wird dem grünen Kreis zugerechnet.

CB-Farben: marineblau-weiß-korrianderrot (m.G.), F-Farben: weiß-korrianderrot (m.S.), Mütze: weiß

Kösener Corpsstudenten als Schülernach oben

Im Folgenden werden Silhouetten Kösener Corpsstudenten gesammelt, die zum Zeitpunkt der Entstehung der Silhouetten noch keine Corpsstudenten waren, sondern zumeist als Schüler oder gar Angehörige einer Schülerverbindung gezeigt werden. Soweit möglich sind Informationen zu den Verbindungen in den Texten zu den einzelnen Silhouetten erwähnt.